Gepunktet in die Pause.

DSC_0150

Wörter mit Umlauten können derart liebreizend sein, dass ich sie unentwegt herzen möchte. Die meisten sind nämlich gepunktet. So heben sie sich von den vielen cremefarbenen, beigen, steingrauen und anderen Wörtern deutlich ab. Selbstredend sind es nicht nur zwei Punkte. Das wäre ja geschummelt, bzw. wenig erwähnenswert, denn zwei Punkte sind bei Umlauten inklusive. Nein, es handelt sich um das klassische Muster „Gepunktet“.

Richtig wild wird es bei Wörtern mit mehreren Umlauten.

  • Frühblüher: Punkte, wohin das Auge schweift. Und alles in Pfirsichfarben und hellem Grün gehalten, insgesamt lichtdurchflutet. Die Punkte sind weiß und grau.
  • Ölgemälde: Punktflut; „Öl“ ist eher grünlich und „Gemälde“ grauhellblau mit weißen Tupfen.
  • Übeltäter: Das Ü hat selten Punkte. Es ist zu orange, siehe Süppchen. „Täter“ ist in diesem Zusammenhang das graue Echo des Übels. Mehr nicht.
  • Präzise: Über dem hellblauen „ä“ sind weit entfernt, im Nebel des Buchstabenumfelds, weiße Dinge zu sehen, Punkten nicht unähnlich. Jetzt fällt mir auf, dass „präzise“ weder mehrere Umlaute hat, noch besonders gepunktet ist. Ganz anders als:
  • Überhöhung: Da produziert das „Ü“ wieder ein so lautes Orange, dass die sachten Punkte untergehen. Und dennoch ist ihr Echo zu sehen – sie rufen: „Wir sind Punkte!“ bevor sie im Strudel Orange untergehen.

So dramatisch sollte es nicht enden. Zum Glück gibt es auch grundsolide Umlautinhaber wie „Flöte“, die schlicht lachsfarben sind, Halstuch tragen und einige große dunkle Punkte im Worthintergrund ihr eigen nennen.

Und mit diesen guten Nachrichten verabschiede ich mich in eine kleine Herbstpause. Es wird wohl keine Frühblüher geben, doch hoffentlich auch keine Übeltäter. Wenn ich dann noch ein präzises Ölgemälde entdecke, bin ich sehr glücklich. Und Glück trägt Punkte, sowieso.