Es ist zu Ende, weil der Schrank eingeräumt ist.

Dieses Blog hieß von Anfang an „Synästhesie und mehr“. In der letzten Zeit ist das „und mehr“ größer und die „Synästhesie“ kleiner geworden. Zumindest was die Anteile in den Texten angeht.

Vielleicht, weil meine Synästhesie nun geordnet im Schrank liegt. Es war mir ein Bedürfnis, den Haufen Farben, Formen, Texturen, Gestalten, Ponyfrisuren und Augen zu sichten, zu ordnen und in Regalfächer zu räumen.

Ihnen Namen zu geben, den Farben. Und das Lustige herauszukehren.

Synästhesie ist an sich keine Gabe, sie ist vielmehr eine sich selbst genügende Disposition, ein Filter, ein Kanal, was auch immer.

Es war mir eine Freude, über sie zu schreiben.

Manche Menschen haben dadurch herausgefunden, dass sie selbst Synästhesie erleben. Andere haben herausgefunden, dass es nicht verrückt ist, wenn man mit den Toten spricht. Das ist das „und mehr“. Das soll bleiben. Ich habe Vertrauen geschenkt bekommen, Namen erfahren, Geschichten dazu.

Ich möchte mich dafür bedanken.

Ab sofort gehört meine Synästhesie wieder nur mir allein. Sicherlich wird sie weiterhin auftauchen, denn ich kann nicht außerhalb von Farben denken, sprechen und fühlen.

So werde ich auch weiterhin auf Twitter oder hier schreiben, wenn jemand grün riecht. Doch das wird eine selbstverständliche Beobachtung sein.

Ich werde es nicht mehr erklären. Und ich werde nicht mehr aufklären.

Wir alle nehmen alles unterschiedlich wahr. In jedem von uns wohnen Farben, wenn auch an unterschiedlichen Orten. Musik lässt die einen zerfließen, die anderen aufstehen. Der Geruch einer Bleistiftmine versetzt den einen in Extase, den anderen zurück in die Kindheit. Der eine findet Beethovens Neunte grün, der andere gelb.

Und ab sofort ist das (in meinem Leben) eine herrlich beiläufige Angelegenheit.

 

 

 

 

 

 

 

 

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