Abend und Frühling und Mond und Balkon und die Farben.

Am Abend auf dem Balkon ist es kalt, doch das macht nichts, am Abend sind da die Vögel und ein Mond geht auf.

Es sind ein paar Männer auf dem Spielplatz, sie sprechen sehr laut, in schwarzlila Farben. Nur wenige Graustimmler sind dabei. Und weil ich von alledem Farben sehe, ist manches zu grell.
Und dann noch der Wind.

Und dann noch die Blumen, die sich wehren, sie wollen noch Sonne, sie wollen noch farbleuchten, pink und Lavendel, rot und bald weiß, was auch immer sie wollen.

Und manche Vögel klingen gelb, andere zwitscherweiß, ich sehe das aus ihrem Schnabel kommen, und dazu diese Männerstimmen, sie wachsen aus Mündern, Mündern, die ich auch nicht sehe, aber die zu den Farben dazugehören. Auch die Vögel sehe ich nicht, nicht ihre Schnäbel und doch.

Dann ist da das Rauschen der Straßen, ein Graustrom, ein Lautstrom, und auch wenn er entfernt ist, so sehe ich Autos, die diesen Strom machen, die schwimmen im Strom.

Aufgeregtstimmen der noch jungen Männer, rote Frauenstimmen gleiten dazu und Musik klingt gelb an, silber, auch schwarz. Ein Ghettoblaster wäre es früher gewesen, jetzt etwas in klein.

Und dann die Gedanken, die weißgrau, weißlaut, silberfädelnd, teils gelb und auch lila sind und nur unterbrochen werden von Bierkastenklang und dem einen Song, der zurückträgt.

Deswegen wird alles ganz leise, weil auch Erinnerung Farben hat und wie könnte man etwas vergessen, das Farben hat.

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