Zierquittenlikör, das Wort, das Ding.

Das Wort „Zier“ ist weißgrau, „Quitten“ sind hellgold mit Locken und einem beflissenen Gesichtsausdruck, „Likör“ ist weißmoosfarben mit grauen Punkten.

Ich habe das Wort und dann auch noch den Likör von @crazyneopop bekommen und getrunken (im Grunde beides). Er erinnerte mich ein wenig an die eingelegten Kirschen in Weckgläsern meiner kochenden Großmutter, und die haben immer schon lachsfarben und Gold geschmeckt. Der Alkohol des Likörs bringt eine Welle Blau hinein, was Alkohol immer tut, vielleicht auch Weiß.

Oder Grau. Alkohol ist mehrfarbig. Ich habe noch nie über Alkohol in Bezug auf seine Farben nachgedacht. Ich werde das nachholen. Vielleicht.

Das Wort und das Ding an sich sind sich ähnlich. Ich weiß nicht, ob sie zusammenhängen, weil sie eins sind. Wahrscheinlich nicht, denn das englische Wort für Zierquittenlikör sähe bestimmt anders aus. Ich finde es nicht im Wörterbuch, und ich weiß nur, dass Quitten „quinces“ heißen, und die sind moosgrüngelb. Kein Stich Gold.

So hängen sie wohl nur durch Zufall zusammen, und das ist es, was Synästhesie ausmacht. Der Zufall. Dass die Wörter nicht so aussehen, wie die Dinge, die sie bezeichnen. (Außer in dem jeweiligen Menschen, in dem alles seine eigene, zusammenhängende Logik hat).

Zierquittenlikör. (Das Wort bleibt und zieht in den Tempel der Lieblingswörter ein. Ich lege ihm Blumen vor seinen Stuhl. Ich glaube nämlich, dass Zierquittenlikör gerne sitzt).

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