11 Gründe, warum Synästhesie nicht immer glänzt.

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Mir tut es leid, dass offenbar ein paar Menschen durch mein Blog ein wenig traurig sind, dass sie nicht mit Synästhesie leben. Daher möchte ich heute mal wieder einen Einblick in die negativen Begleiterscheinungen geben. Denn: es ist nicht alles schön, jedenfalls nicht bei mir. Ich habe das bereits getan, und eventuell sollte ich das öfter tun, denn sonst entwickelt sich dieses Blog in ein gefiltertes Weltschönheitsfoto, und das möchte ich nicht. Manches sollte der Leserschaft schon bekannt sein, anderes noch nicht.

1. Weichspülerwolken sind nicht nur geruchsstark, sondern auch optisch sehr laut.

2. Jemandem zuhören bedeutet auch immer, den Impuls zu bändigen, sich an ein Wort zu hängen und mit ihm gen Horizont zu segeln, beispielsweise bei „beispielsweise“.

3. Wenn jemand „K……. n….. o…………….. p……………………………………f“ sagt, fühlt es sich an wie hässliche kleine Stecknadeln im Kopf.

4. Lieder bleiben im inneren Raum kleben und führen ein Eigenleben, mehr als bei einem klassischen Ohrwurm; sie sind kleine Bilder, z. B. an Weihnachten. Und das kann sehr irritierend sein.

5. Geschnetzeltes. Und überhaupt: beigefarbenes Essen ist nicht gerade einladend. Unerklärlicherweise gibt es sehr häufig irgendwo beigefarbenes Essen.

6. Wenn über jemanden gesagt wird, der oder die habe eine sanfte Stimme, dann hat der oder die meist eine Stimme, in der ich keinen Halt finde, weil sie zu rutschig ist.

7. Schmerzen haben obendrein alle ihre eigenen Farben und Gesichter.

8. Ich kann mich sehr schlecht auf Zahlen in ihrer eigentlichen Funktion einlassen. Ich konzentriere mich allzu schnell auf ihre schillernden Charaktere.

9. Regen in der Nacht ist nicht nur laut, sondern bildet auch grauschwarze Streifen vor meinen Augen.

10. Überhaupt, die Nacht. Nachtgedanken sind alles andere als grau. Stimmen und andere Ärgernisse bleiben in ihren entsprechenden Farben erhalten und führen eine grelle Choreographie in meinem inneren Raum aus.

11. Sprecher von Hörbüchern, deren Stimme wie Kartoffelbrei schmeckt, lenken mich nicht nur ab, sondern wirken ausgesprochen appetitanregend. So viel Kartoffelbrei kann man gar nicht verzehren.

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