Mit den Locken ihres Sohnes beugte sie sich über Stachelbeeren.

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Über den Sommer schreiben! Habe ich vergessen! Als er endlich da war, der Sommer, hatte ich nichts besseres zu tun, als diverse Namen-Aktionswochen anzubieten, was sehr amüsant war, aber ja nicht direkt etwas mit dem Sommer zu tun hatte. Und dann verschwand ich eine Weile, um zu sommern, ohne über die Farben dieser Tätigkeit nachdenken zu wollen.

In einem meiner ersten Beträge schrieb ich:

“Sommer hat Locken nach links und ist leichtlilatiefschwarz und drum herum ist ein waldfarbener Grund. Waldfarben: eigentlich trauerweidengrün mit traurigen Augen.”

Ja, mehr ist eigentlich kaum zu sagen. Sommer ist blond, kann ich noch hinzufügen. Und weiblich.

Und sieht so aus wie Almuth P.. Zumindest ein bisschen. Die gewisse Almuth sah ich nur einmal in ihrem Garten im Sommer. (In dem Alter, als Wörter das erste Mal durch meinen Mund nach Außen traten). Es war ein ausgesprochen heißer Tag, und ich war im Planschbecken. Nein, ich hatte kurze Hosen an. Ja, erst war ich in kurzen Hosen, dann im Planschbecken. Nein! Es gab kein Planschbecken. Das hat mich sehr irritiert, das weiß ich noch.

Es gab Stachelbeeren und Sandkuchen. Genau, es gab nämlich eine Sandkiste. Unabhängig davon gab es staubigen Kuchen und diese sauren Beeren. Und – es war wirklich unfassbar heiß. Nur komisch, dass Almuth eigentlich schwarze, glatte Haare hatte. Aber ihr Sohn hatte blonde Locken.

Sommer sieht aus wie Almuth, die sich über Stachelbeeren beugt mit den Locken ihres Sohnes. Natürlich sieht Sommer nicht ganz so aus. Annähernd hat das Wort diese Silouhette – und eben die Frisur. Das Beispiel „Sommer“ zeigt: Synästhesie verbindet Dinge, die auf den ersten Blick nicht zusammengehören.

Apropos: Der Name Almuth ist übrigens schwarzlilarot und sieht ein wenig aus wie Montag. 

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