Ein Reh, Krokant, die Queen, der Sockel. Über laute und leise Wörter.

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Es gibt laute und leise Menschen und genau so verhalten sich Wörter und Zahlen. Bei den ruhigen Wörtern ist es wichtig, sich langsam zu nähern und einen Diskretionsabstand zu wahren. (Um sie nicht zu vertreiben). Ein leises Wort ist zum Beispiel “Krokant”. Das ist mindestens so vornehm wie die Queen. Ich möchte dem Wort nicht zu nahetreten. Deswegen flüstere ich seine Farbe: Schwarzgoldkaramellfarben.

Auch jedes Rascheln sollte mit Rücksicht angeschaut werden. (Um es nicht zu verletzen). Denn schon ein Atemzug kann die berühmte Raschelscheu hervorrufen. Und wenn das Rascheln endet, sinken auch seine Farben in sich zusammen.

Es gibt auch die vorlauten Wortwesen, die sich mitten in einem Vortrag “zu Wort” melden und laut rufen: “Huhu! Hier bin ich!” Mit der Betonung auf dem „hier“. Die lauten Wörter sind handzahm: z. B. “Sockelwoche” und “Telefonapparat”.

Sockelwoche. Ich sehe sofort die gesamte Woche auf einem Sockel. Und frage mich: darf man eine Woche überhaupt auf den Sockel stellen? Und wenn sie dort herunterfällt? Nicht auszudenken!

Und wie liebevoll es von jemandem ist, das Telefon als Ganzes und in seiner Eigenschaft als Apparat zu nennen. Dem Menschen würde ich sofort meine Blumen anvertrauen, wenn ich in die Sommerfrische fahre.

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