Service an die Leserschaft: Wie ich (Deinen) Namen sehe.

Eine Leserin aus dem virtuellen Bereich schrieb mir herzerwärmend und schnurschönes. Zudem würde sie interessieren, wie ich ihren Namen sehe. Das freut mich kolossal, denn Namen sind mehr als Schall und Buchstaben, Namen sind identitätsbegleitend und werden zu oft zu selbstverständlich hingenommen.

Sie sind das erste, was wir über uns hören und das letzte, was in Stein gehauen wird, wenn wir uns einmal nicht mehr in der sogenannten Realität befinden.

Jemandem einen Namen geben zu dürfen, ist mir stets eine Ehre. Ob es ein Tier ist oder ein Text, ein Projekt oder etwas kosiges. Von Menschen ganz zu schweigen.

Es gibt Leute, die nichts lesen oder schreiben können, außer ihren Namen. Traurig ist, wenn jemand seinen Namen nicht mag. Ich kenne viele, denen es so geht und meist sind deren Namen auch in meinen Augen braunbeige und riechen etwas muffig.

Ausgerechnet Namen, deren Ruf nicht besonders bildungsbürgerlich ist, sind oft äußerst glanzvoll und gar nicht beige. Ähnlich verhält es sich, wie bereits erwähnt, mit der Musik, die so schön aussieht, die ich allerdings eigentlich nicht hören würde (aus Habitusgründen). Und die ich mir dann doch gerne anschaue, denn mein Habitus kann mir zeitweise gestohlen bleiben. Freiheit, Gedankenglitzer, Lichtbögen – das sind die Dinge, die zählen!

Liebe Dora, siehst Du die Farben des Abschweifens? Ich ja. Und daher rasch zurück zu Deinem Anliegen. Wenn ich an Dich denke (wir hatten ja schon ein paar virtuelle Kontakte), dann kann ich zweierlei sehen. Die Vorstellung von Dir und die von Deinem Namen an sich und beides ist untrennbar miteinander verbunden.

Das „D“ steht sehr groß, ganz links im inneren Raum. Es ist weiß und hat schwarze Schatten um sich herum. Das „ora“ vermischt sich stark mit dem Hintergrund, der grau ist. Allerdings sind die Buchstaben im Zusammenhang mit Deinem Namen eher graublau, haben schwarze Schatten und sind sehr plastisch. Das D hat obendrein äußerst zuverlässig wirkende Augenflecke.

Dazu kommt das Bild von Dir als Person, die ich noch nie gesehen habe – Du schaust nach links aus dem Raum hinaus und hast hellbraune Haare (Pagenkopf). Du trägst einen playmobilartigen taubenblauen Kittel und auch Dein Gesicht sieht ein wenig aus wie das einer Playmobilfigur.

Du befindest Dich links unter Deinem Namen. Zumindest in meiner Synästhesie. In der Realität, in anderen Synästhesien oder gar Gedanken befindest Du Dich vermutlich gerade ganz woanders und trägst (eventuell) auch keinen taubenblauen Kittel.

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