Grün lässt auf sich warten und ein weiterer Service an die Leserschaft.

Dorset2010 705 Das Eichhörnchen ernährt sich täglich weniger mühsam. Die Farbe Grün lässt noch auf sich warten, weil sie den großen Auftritt liebt. Doch schickt sie wenigstens schon einmal kleine, buschige Vorboten, die knospenangemessen unpathetisch ihr baldiges Eintreffen verkünden.

Ausschau halten nach Wörtern, die einem einen Schabernack spielen, ist da Ehrensache für mich als Synästhetikerin. Denn: auch Frau März hört nicht auf mit ihren kleinen Scherzen. Welche Jacke anzuziehen ist und ob man eine Mütze braucht – alles Fragen, auf die sie die Antwort weiß, doch nicht preisgibt. Für einen guten Witz würde Frau März nämlich ihre Großmutter verkaufen. Nicht April ist der Scherzkeks. Sie ist es.

Ein aufmerksamer Leser schrieb und fragte, wie ich das Wort „Teeei“ fände. Teeei: treibt auch seinen Schabernack mit mir. So geschrieben ist es eine Aneinanderreihung gelbbeiger E’s. Die Bedeutung tritt vollkommen zurück hinter dieser Ansammlung von  Vokalen. Lautes Gelbbeige, das sich doch sehr vorlaut in den Vordergrund spielt.

Tee-Ei: gewinnt sein eigentliches Erscheinungsbild zurück dank Freund Bindestrich. Das Wort Tee hat seine gewohnt vasen- und auch säulenartige Form – irgendeine Richtung Grau, doch auch etwas Schwarz und ein Stich fröhliches Hellblau. Doch insgesamt eher Schwarzrotbraun. Das Ei: wie immer cremefarben. Doch leicht rotbraun eingefärbt vom Tee. Und dazwischen gibt es eine schwarzsilberne Kette, die die Wörter verbindet.

Die Kette mag ihren Ursprung in dem realen Tee-Ei-Anblick haben. Denn auch das Wort Tee-Ei (so wie das Wort Pfau) habe ich vermutlich kennengelernt in direkter Verbindung mit einem echten Tee-Ei (bzw. Pfau). „Schau, es gibt nun etwas ganz Praktisches, ein Tee-Ei!“ mag da jemand gerufen haben, irgendwann in den dunkelgrünen 90ern, als ich noch gar nicht wusste, dass ich Synästhetikerin bin, und es mit Rotbusch- oder Mate-Tee befüllt haben. In einer blau und/oder gelb geschwammten Küche.

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