Rose, Rilke, Innen und Außen.

IMG_3790 Abgesehen davon, dass diese Rosenfarbe Baron von Kleckewitz markant ähnelt (so könnte sein Sonntagsstaat aussehen, im Übrigen auch so ein bedrohtes Wort…), fiel mir siedendheiß auf, dass ich zwar schon einiges über Max Goldt, doch noch gar nichts über Rilke und seine Rolle in meiner Synästhesie geschrieben habe.

Das ist sehr merkwürdig aus folgenden Gründen:

1. Ein Gedichtband von ihm gehört, so wie z. b. „Ä“ von Max Goldt, in mein Nachttischgepäck wo auch immer die Reise hingeht. Zwecks Ordnung des inneren Raums vorm Schlafen.

2. Seine Gedichte und Briefe sind m. E. noch wesentlich geborgenheitsfarbener als die Stimme einer Geschirrspülmaschine.

3.  Wird doch der innere Raum in folgendem Gedicht dargestellt – treffend und größer als Fotos oder ich ihn je beschreiben könnten.

Das Rosen-Innere 

Wo ist zu diesem Innen

ein Außen? Auf welches Weh

legt man solches Linnen?

Welche Himmel spiegeln sich drinnen

in dem Binnensee

dieser offenen Rosen,

dieser sorglosen, sieh:

wie sie lose im Losen

liegen, als könnte nie

eine zitternde Hand sie verschütten.

Sie können sich selber kaum

halten; viele ließen

sich überfüllen und fließen

über von Innenraum

in die Tage, die immer

voller und voller sich schließen,

bis der ganze Sommer ein Zimmer

wird, ein Zimmer in einem Traum.

Quelle: Rainer Maria Rilke. Gedichte. Stuttgart 1997, 158-159.

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5 Gedanken zu “Rose, Rilke, Innen und Außen.

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