Service an die Leserschaft: das weibliche Nagetier eines Herren mit Pullunder.

Eine Leserin, die Germanistik studiert hat, bat mich etwas zu folgendem Titel von G  ü n t h e r      G r a s s    zu schreiben:

D I E     R Ä T T I N.

Sie sagte, und ich zitiere wörtlich: „Es ist ekelhaft, klingt frauenfeindlich und erinnert an seinen Bart.“

Woraufhin ich herzlich lachte.

„Ich hoffe nur, dass du ihn damit nicht zu sehr beleidigst“, äußerte sie besorgt.

Und ich erwiderte: „Meinst du, der findet diesen Blogbeitrag?“ Sie antwortete: „Nee. Wobei: der ist so ein Typ, der googelt sich bestimmt stündlich. Eventuell ist dein Beitrag ja aber ganz weit hinten“.

Eventuell, ja. Man weiß aber ja nie. Eventuell googelt sich G. G. stündlich und schaut bevorzugt auf Seite 1399 zuerst. Weiß man es? Ich kenne ihn nicht. Weder ihn noch seine Gepflogenheiten. Ich kenne auch das Buch nicht. Zwar habe ich mich mal durch das Blech getrommelt, doch dann fand ich heraus, dass ich Tolstoi lieber lese, dann Jane Austen und eigentlich tief im Herzen, wie inzwischen bekannt sein dürfte, Max Goldt. Und in meinem inneren Raum gibt es auch so viel zu lesen, dass ich kaum dazu komme, noch mehr Wörter hineinzulassen.

Da ich nicht auf den Kopf gefallen bin, habe ich also die Buchstaben des Schriftstellers mit dem Pullunder auseinandergezerrt. Vorsicht ist die Mutter der Porzellankiste. Und mir liegt im Übrigen überhaupt nichts daran, greise Literaturnobelpreisträger zu verärgern.

Aus synästhetischer Perspektive kann ich nur sagen: R ä t t i n ist kein schlimmes Wort. Nicht so wie K —— N——– O ……… !!!!!!! Schallalla, Gallenstein, …… Cake….. P…… Lalalallalla, ganz ruhig und so, Lebkuchen, Schnur,…. F.

R ä t t i n ist schwarzweiß mit einer schwarzen Perücke, starker Pony, dunkle Augen, bemüht um Unauffälligkeit. Graumarmorierter Hintergrund, eher alles dunkel. Stört nicht. Ist nicht schön, doch auch nicht unerträglich.

Das sollte genügen. (Alles andere wurde ja schon gesagt).

Trägt G. G. eigentlich Pullunder? Mir war so.

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2 Gedanken zu “Service an die Leserschaft: das weibliche Nagetier eines Herren mit Pullunder.

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