Synästhesie und Mathematik.

Zahlen sind zunächst einmal Personen männlichen und weiblichen Geschlechts. In dem Alter, in dem ich die Zahlwörter und ihre verschiedenen synästhetischen Eigenschaften persönlich kennenlernen durfte, waren mir Gender Studies noch weitgehend unbekannt.

Ich bitte es daher zu entschuldigen, dass die nun folgenden Beschreibungen teilweise etwas Mars-Venus-mäßig anmuten; dies ist lediglich meinem Wunsch geschuldet, sie möglichst anschaulich zu beschreiben (aus synästhetischer, nicht aus gesellschaftskritischer Sicht!).

Zahlen wohnen in ihren Räumen. Solange sie dort bleiben, ist alles gut und übersichtlich:

Zahlenraum 1-10: Eine Art Rutsche nach oben zur 10; sie ist weiß und himmelblau mit hellfreundlichen Tupfen. Die Ziffern haben wiederum einzelne Farben, (die 7 ist rot, deutlich akzentuiert und männlichen Geschlechts, die sanftbauchige 5 grün und eine Frau), doch der Hintergrund ist weiß und himmelblau.

Zahlenraum 10-12: Sehr durch die graue 11 geprägt, weißer Hintergrund. Die 12 ist ein Herr in einem gelblichen Mantel mit schwarzer Nase. Und schaut in den nächsten Zahlenraum hinein.

Zahlenraum 13-19: Die Rutsche nach oben endet hier, und es geht auf einem scharzen Balken nach rechts hinüber zur 20. Die 13 ist eine sehr hübsche, sehr helle Dame mit einem blauen Hut und einem leicht besserwisserischen Gesichtsausdruck, ähnlich dem Wort kleben. Die 14 ist orangefarben, das gute Orange (nicht süppchenfarben). Die 13 und 14 könnten von ihrer Mentalität her gut zusammen in die Sommerfrische fahren.

Zahlenraum 20-29: Nach der tannengrünen 19, die auch etwas blau schillert, landet der Balken in der milchkaffeebraunen 20. Die 20 hat auch weißliche Streifen und alle ihre Zahlen sind in diesem Ton, außer die 26 mit ihrem silberfarbenen Muster. Die 20 hat übrigens eine entfernte Ähnlichkeit mit Samstag und ist auch wieder eine Art Rutsche. Diese führt nach rechts zur gelben 30.

Zahlenraum 30-39: Ein liebegelber, feminin verspielter, horizontaler Balken nach rechts, an dem die Zahlen klammern.

Wobei „klammern“ falsche Assoziationen wecken könnte, denn 30-39 sind überaus lässig. Sie haben teilweise tiefblaue Töne (33), manchmal auch blonde Locken (37) und vor allem haben sie überhaupt keine Angst vor der berüchtigten 40, obwohl die kupferrot schon lauert, um das Ruder zu übernehmen.

Zahlenraum 40-49: Die männliche 40 ist eine Art vertikaler Aufstieg nach rechts zur 50. Das Kupferrot, das auch ein paar Anteile von geronnenem Blut hat, kleidet alle Zahlen ein. Mal sticht zwar die gelbe 3 vorwitzig heraus, mal sieht man noch das 5er-grün, aber insgesamt ist das rostige Kupferblutrot sehr dominant.

Zahlenraum 50-59: Die 50 trägt ein schmutziges Lindgrün und führt über eine Querverbindung zur 60. Froschgrün, moosgrün, tannengrün schattiert sind die Zahlen und haben mal etwas graubraunes dabei (56), mal etwas starkes, durchsetzungsfähiges an sich 57 (es ist mir unangenehm zuzugeben, dass die 57 ein Mann ist, doch wie gesagt, ich war jung und die Welt noch sehr geordnet, auch in vermeintliche Geschlechtereigenschaften).

Nebenbei bemerkt: Naturgesetze sind außer Kraft gesetzt. Obwohl es die Rutschen nach oben gibt, sind ab 10 bis 100 alle Zahlen auf einer Ebene. Vielleicht hat es etwas mit dem gekrümmten Raum zu tun?

Dass die liebegelbe 30 sich mit der weißgraublauen 10 zusammen findet und dann so etwas Blutrünstiges wie die 40 ergeben soll, ist mir bis heute schleierhaft. Das Ganze hat bestimmt etwas mit der sogenannten Realität zu tun, der ich mich zeitweilig, wie schon öfter festgestellt, gerne, auch aus Kommunikationsgründen, unterordne, und ja, mir ist klar, dass das bestimmt alles einmal erforscht wurde und korrekt ist, mir ist auch bewusst, dass dieser Satz zu lang ist und dass die Kommata-Ansammlung nicht grammatisch korrekt sein kann, doch die Gedanken sind frei, je suis [sic!] 35 und hänge entspannt auf dem lässigblonden Balken ab, erfahre von der FAZ, ich sei in der Rushhour des Lebens und muss süffisant lächeln darüber, was sich die sogenannte Realität und ihre Freunde so ausdenken.

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13 Gedanken zu “Synästhesie und Mathematik.

  1. […] habe ich bis jetzt vernachlässigt, was bestimmt an meinem Verhältnis zur Mathematik liegt. Doch Zahlen sind unendlich vorhanden, wenn ich nicht irre (Pi?!) und daher gibt es auch hier […]

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